Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Josef Frank Leben und Werk

Montag, 17.10.2022, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Josef Frank Stoffe

In meinem heutigen Studio2 Sendungsbeitrag ging es um die spannende Lebensgeschichte von Josef Frank und um seine farbenfrohen Stoffe aus den 1920er Jahren – unter anderem entstanden aus seinen Entwürfen Tapeten, Vorhänge, Möbelstoffe, Teppiche und auch Tischtücher. Erste Exemplare seiner Möbelentwürfe finden sich in den Sammlungen des MoMA in New York und dem Nationalmuseum Stockholm.

Josef Frank wurde 1885 in Baden bei Wien geboren. Im Städtebau hat er mit eigener Philosophie Unglaubliches geleistet, auch in Gemeindebauten oder der Werkbundsiedlung, wo er als Gründungsmitglied des Wiener Werkbundes und Leiter des von der städtischen Siedlungsgesellschaft Gesiba finanzierten Baus war.

Auch in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart hat er ein Haus entworfen, ein Projekt, an dem viele namhafte Architekten teilgenommen haben. Er war Architekt, hat Möbel und eben auch Stoffe entworfen, aber was viele nicht wissen – seine große Passion war die Malerei. 

1933 verließ der jüdischstämmige Frank mit seiner schwedischen Frau Anna Sebenius wegen des aufkommenden Antisemitismus Wien, um sich in Stockholm niederzulassen. Dort wurde er nicht nur zu Lebzeiten ein Star, sondern inspiriert bis heute die nachfolgenden Generationen an schwedischen Designern und Architekten. Er erhielt 1939 die schwedische Staatsbürgerschaft. Frank nahm kurz darauf an der New York World’s Fair teil und gestaltete dort als Designer für die heute noch existierende Stockholmer Designerfirma Svenskt Tenn (übersetzt: schwedisches Zinn) einen Raum im schwedischen Pavillon. Mit der Gründerin von Svenskt Tenn Estrid Ericson schuf er für die Firma unzählige Entwürfe, die zum Teil bis heute realisiert werden und als Markenzeichen der Firma gelten. Näheres dazu in diesem spannenden Artikel von Der Standard Rondo.

Lustige Geschichte am Rande:  das offizielle Staatsgeschenk von Schweden an Elizabeth, Queen of England 1947 zu ihrem Hochzeitstag mit Philipp wurde von Josef Frank gestellt – ein Schreibtisch.  2025 wird darüber hinaus das Josef Frank Jubiläum in Schweden begangen zu seinem 140. Geburtstag und dies kann man sich so umfangreich, in Hinblick auf das zeremonielle Aufbereiten, wie das Mozartjahr in Österreich vorstellen. Auf den ersten Blick muten die Stoffe psychedelisch an, wie aus den 1970er Jahren. Dabei hat er viele Stoffe um 1928 entworfen (den ersten Entwurf schon 1906), um diese gerade in jüdischen Haushalten zu etablieren. 

Streng geschützt und versehen mit “all rights reserved”, Martin Ferdiny hob hervor, dass diese Stoffe wohl auch heute in einer höheren Preisklasse angesiedelt wären. Die günstigsten Stoffe kosten auch pro Meter um die 200 Euro. 

Mitgenommen hatte ich auch eine Frank „Strumpfdose“, deren Deckel innen mit Holz verkleidet war um die Feuchtigkeit zu halten. Der Kaminsessel Entwurf aus den 1950er Jahren ist auch ein besonderes Stück. Nach Österreich wollte Josef Frank erstmal allerdings auch nach mehrfacher Bitte nicht mehr zurückkommen, obwohl sein Freund Bruno Kreisky, der 1938 nach Schweden geflüchtet war, 1946 wieder zurückgekommen ist. 1965 erhielt er dann den Österreichischen Staatspreis.

Die Sitzgarnitur, die mit dem Frank Stoff mit dem klingenden Namen “Tulpe” bezogen ist, die Kreisky aus dem Exil aus Schweden nach Österreich mitgenommenhat und welche sich auch heute noch im Kreisky Forum in der Armbrustergasse befindet, ist wieder en vogue.

 

 

 

Mein teuerstes Stück (und perfektes Auktionsstück) diesmal war eine Frank Lampe, mit einer Wertigkeit von circa 2000 Euro. Dies war ein Originalentwurf von der 1925 von Frank gemeinsam mit Wlach und Sobotka gegründeten Einrichtungsfirma “Haus und Garten”. Mit ihren funktionsgerechten Möbeln und den farbenfrohen Textilien vertreiben die Architekten nicht einfach nur Gebrauchsgegenstände, sondern einen zukunftsweisenden Lebensstil.

“Der Kasperl aus dem Kopf ”- Schatulle oder Nähgarnitur, mit der gedruckten Signatur im Zentrum, gedacht für Nadeln, Stecknadeln, Schere und Sicherheitsnadeln… aber: man könnte auch darin eine Ehering präsentieren.

“Josef Frank – Der Stoff, aus dem die buntesten Träume sind!”, meinte Martin Ferdiny lachend zum Abschluss.

Dank gebührt Gerhard Bauderer und seinen Kabinettstücken!

 

Zum Abschluss noch ein kleiner Exkurs:

Josef Franks Villa Beer

„Mit dem Haus „Villa Beer“ hat Josef Frank gemeinsam mit Oskar Wlach von 1929–1931 in Wien eines seiner wichtigsten Werke mit besonderer künstlerischer und kulturgeschichtlicher Bedeutung geschaffen. Friedrich Achleitner, Chronist der österreichischen Architektur-Moderne, nannte es „das wohl bedeutendste Beispiel Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit“.“ Zitat: Website Villa Beer.

Um Franks Villa Beer geht es auch in meinem neuen Buch „Möbel und Objekte mit Geschichte“ – seit September erhältlich im gut sortierten Buchhandel oder auch bestellbar direkt beim Löcker Verlag.

Eigenwerbung da Familiensache 😉
Meine glorreiche Elisabeth Maria Gottfried hat auch Josef Frank Stoffstücke wie Polster im Sortiment in ihrem Designstore im Jüdischen Museum – schaut’s euch das hier an: Gottfried & Söhne

 

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Buchstützen

Montag, 10.10.2022, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Auf den Spuren der fast versunkenen Welt der Buchstützen

 

Vielleicht sollte man Richard Lugner zum 90er Buchstützen schenken, meinte Norbert Oberhauser. Ob das ein Requisit ist, das er verwenden würde, wäre wohl die Frage…

Leider ist die jüngere Generation (nach 2000 geboren) auch nicht mehr so sehr dafür zu begeistern – durch Kindle, Onlinekonsumation am Tablet, Handy, etc. und weil das Buch als solches schon fast am Aussterben ist. Norbert meinte, das wäre gut für die Umwelt. Obwohl selbst die elektronischen Gadgets ja auch Ressourcen der Erde ver(sch)wenden. Ich selber bin aber so ein analoger Typ, ich brauch’ das einfach – es ist etwas Wunderschönes, haptisch das Buch zu erleben und auch davon meine Information und Inspiration zu bekommen. 

 

Seit es den Buchdruck gibt, existieren die Buchstützen. Dort wo es größere Buchsammlungen gab, vor allem früher in Klöstern gab es sie auch immer schon. Diese Buchstützen haben ja einen Sinn und Zweck – der Unterschied ist eben jener, dass es Buchstützen gibt, die mit dem Gewicht der Bücher stehen und denen, die durch ihr Eigengewicht die Bücher halten.

Richtig populär sind sie dann um die Jahrhundertwende des letzten Jahrhunderts geworden, als auch das Kleinbürgertum sich Bücher leisten konnte, weil der Buchdruck günstiger wurde.

Die Werkstätte Hagenauer hat für den amerikanischen Markt Ende der 1920er Jahre diese Buchstütze mit der tanzenden Mickey Maus gemacht – dies war das älteste und wertvollste Stück, das ich mitgebracht hatte und ist um die 2000 Euro wert. Mein persönliches Highlight.

Aus den 1950er Jahren hatte ich Buchstützen von Karli Bauer, die Blumenmädchen mit – diese Keramiken sind nicht nur dekorativ, sondern erzählen auch ihre eigenen Geschichten, sozusagen Objekte mit Geschichte.

Robert Menasse ist ein fanatischer Sammler von Walter Bosse Buchstützen aus den 1930er Jahren – in der Sendung zeigte ich das Bauernpärchen – aus der Serie gibt es unter anderem auch Max und Moritz und das Pfaffenpärchen.

Gmundner Keramik hat auch solche Sachen gemacht, wenn man genau schaut, sieht man am Rücken der Figur das typische Gmundner Keramik Muster angedeutet. 

Wenn man keine Bücher damit stützt, kann man sie somit auch als dekorative Stücke einsetzen. Wie man sieht wurden die aus den verschiedensten Materialien wie Keramik, Metall, Silber, Holz geschnitzt, Stuck, Bronze, Marmor, Metall verchromt, Holz mit Bronze, zu den verschiedensten Themen wie Nautik, Erdkugeln, Damen-&Herrenpendants, Tiere und vieles mehr, gefertigt.

Robert Indiana, US-amerikanischer Pop Art Künstler, der sich auch für den berühmten “Love” Schriftzug (1966) verantwortlich zeigt, war auch Zeitgenosse und Freund von Andy Warhol. Er hat eben den Designer der „Book“ Schriftzug Buchstützen zu diesen inspiriert.

Norbert hat dann noch eine persönliche Empfehlung für mein neues Buch “Möbel und Objekte mit Geschichte” ausgesprochen, das seit September im Buchhandel erhältlich ist. Auch auf Amazon, aber an dieser Stelle möchte ich trotzdem kurz sagen: Think global, shop local! 

In diesem Sinne – auf in den Josef Frank Sessel, um in einem guten Buch (das natürlich von wunderbaren Buchstützen gehalten wird) zu schmökern. Bis nächsten Montag!

 

 

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Das Wunder Fernsehen

Montag, 03.10.2022, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Auf der Suche nach sachdienlichen Hinweisen

Heute habe ich, als Sammler von besonderen Geschichten und nun auch Herausgeber eines Buches über dieses Thema, im Studio2 über das Wunder Fernsehen gesprochen.

Der Zuseher Walter Kabelka hat das Rätsel des Objekts Karl Hagenauer: Skulptur einer Frau (Nude with Arms up, 1929) nach ausgiebiger Recherche kurz nach meiner Sendung im Dezember 2020 gelöst. Ist das nicht einfach herrlich?! So soll Fernsehen sein – eine Interaktion zwischen dem Medium und den Rezipienten!

Walter Kabelka habe ich daraufhin dann auch eingeladen, Teil meines Buchprojektes „Möbel und Objekte mit Geschichte“ zu sein, um die großartige Geschichte dieses “Werkstätten Hagenauer”- Objekts zu erzählen.

Ein Exzerpt aus Walter Kabelkas Textbeitrag in “Möbel und Objekte mit Geschichte”:

„Christof Stein zeigte im Studio 2 des ORF am 14.12.2020 Figuren aus der Werkstatt Hagenauer. Darunter befand sich eine zierliche weibliche Gestalt, im Werkverzeichnis als „Skulptur einer Frau“ geführt, in deren Sockel eine Widmung eingraviert ist. Dieses Textfragment lautet „All alone, all at sea, why does nobody care for me” und stammt aus dem Song „A ship without a sail”, der unter anderem durch Ella Fitzgerald bekannt wurde und aus dem Musical „Heads up“ ist. Dieses hat der weltberühmte Richard Rodgers komponiert,der unter anderem bekannt ist für „Oklahoma“, „The King and I“ und nicht zuletzt „The Sound of Music“, das ein bestimmtes Bild von Österreich in den USA geprägt hat. Aufgeführt wurde dieses Musical am Broadway in der Saison 1929/1930. Es kam zu 144 Aufführungen und einer Verfilmung 1930.

Die Geschichte rund um diese Figur entwickelt sich in der Folge immer intensiver. Zwei weitere Fragmente der Gravur auf der Hagenauerfigur geben Hinweise auf einen möglichen Anlass für Entstehung, Erwerb oder Widmung der Figur: „Xmas 1929“. Das heißt, dass während der Aufführungsserie von „A ship without a sail“ die Statue gewidmet wurde, und zwar „To Dick from Gertie“. Dies legt nun die Vermutung nahe, dass als Empfänger Richard „Dick“ Rodgers gemeint sein könnte. Wer aber könnte die Schenkerin gewesen sein, die mit der Inschrift auf Einsamkeit und Sehnsucht nach Liebe verweist?“

Mehr dazu in meinem Buch „Möbel und Objekte mit Geschichte“ erschienen im Löcker-Verlag – ist seit September 2022 im österreichischen Buchhandel erhältlich.

ISBN 978-3-99098-143-6. Mehr Informationen findet ihr hier.

Aber nun auch zum eigentlichen Thema: ein Fries, das fragmentarisch aber in großartiger Qualität erhalten ist, zwei Figuren zeigt und in der Zeit um Gustav Klimt und Koloman Moser einzuordnen wäre. In einer Verlassenschaft in der Zieglergasse habe ich dieses wunderbare Stück gefunden. Der Verstorbene war Wissenschaftler und hatte Gesteinsproben und Fliesen aus aller Welt gesammelt – unter anderem fand sich dort eben auch eine Kiste mit der Aufschrift „Jugendstilfliesen“. Lang stand dann die Kiste in unserem Abstellkammerl, bis meine Frau sich dazu entschied die Fliesen zu einem Ganzen zusammenzustellen. Da wurde uns erst so richtig bewusst, was für einen Schatz wir da vor uns hatten.

Hat jemand eine Idee woher dieses Fries stammen könnte? Die Vermutung Dianabad lag schon nahe. In Steinhof gibt es ja auch die wunderbaren Klimt Fenster. Viele kennen natürlich das Beethoven Fries in der Secession. Wunder Fernsehen zeige Deine Wirkung! Wer hat sachdienliche Hinweise, um dieses Fries wieder an seinen Ursprungsort zu bringen oder die Geschichte zu erzählen, falls es dieses Gebäude nicht mehr geben sollte. Es könnte sich schätzungsweise über 10m2 erstreckt haben. 

So à la Aktenzeichen XY, eine meiner Kindheitslieblingsfernsehsendungen, brauche ich die Mithilfe aller Zuseher:innen. Vielleicht gibt es auch hier eine spannende Geschichte zu diesem Fliesen-Kunstwerk, die sich dann in “Möbel und Objekte mit Geschichte” Volume II wiederfindet.

PANHANS Original Jugendstil Schriftzug – Die Rettungsaktion

Eine kurze Einführung…

Das Traditionshotel PANHANS am Semmering in Niederösterreich wurde 1888 von dem gelernten Koch Vinzenz Panhans eröffnet. Als eines der größten Grand Hotels Europas ging es nach dem Ausbau durch die Wiener Architekten Helmer und Fellerer auf vierhundert Zimmer im Jahr 1913 nicht nur in die österreichische Geschichte ein, sondern erlangte auch internationale Berühmtheit.

Das Ende der Monarchie 1918 brachte leider auch ein Ende für den Hotspot Semmering und somit auch für das Grand Hotel Panhans. In den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts kam unter dem estnischen Besitzer William D. Zimdin das beliebte Alpenstrandbad Simmering von den Architekten Liebe und Stigler dazu. Die Konstruktion des alpinen Lidos war aus Holz und Glas, mit nach Süden gerichteter Glasfront und trug zu einer erweiterten Attraktivität der Region bei. Leider wurde das seit den 1960er Jahren nicht mehr benutze Hallenbad in den Revitalisierungsplänen der späten 1970er Jahren durch Adalbert Kallinger nicht berücksichtigt. Zu den berühmtesten Gästen zählten – unter vielen anderen – Kaiser Franz Joseph, Oskar Kokoschka, Arthur Schnitzler und Stefan Zweig. Später fanden sich auch Größen der Filmwelt ein.

 

Wie kam es zur PANHANS Originalschriftzug Rettungsaktion?

 

In weitestem Sinne hat die Panhans Rettung mit der Klimakrise zu tun. Ich war mit meiner Familie in den Energieferien 2020 eigentlich auf Skiurlaub am Semmering. Die frühlingshaften Temperaturen durchkreuzten allerdings diesen Plan, und wir beschlossen spazieren zu gehen. Durch eine schicksalhafte Begebenheit sind wir dann über den Originalschriftzug, der hinter dem Hotel Panhans „geparkt“ war gestolpert. Abmontiert und Wind und Wetter ausgesetzt standen diese wunderbaren Buchstaben da. Durch Kontaktaufnahme mit dem Hausmeister und dem aktuellen Besitzer gelang es mir, den Schriftzug käuflich zu erwerben und somit diesen Teil der österreichischen Zeitgeschichte vor dem Vergessen zu retten. Zu meiner Verwunderung standen die Buchstaben dieses österreichischen Traditionsunternehmens nicht unter Denkmalschutz. Der ursprüngliche Schriftzug war sogar vom Flugzeug aus zu sehen. Dies wird auch weiterhin der Fall sein, nur ist es nun ein moderner Schriftzug, der am Dach des Hotels montiert ist. Die beleuchtbaren, aus Blech geformten Buchstaben mit einem Größenmaß von ungefähr zweieinhalb Meter Höhe sind an einem herrlichen sonnigen Tag aus der schmelzenden Schneelandschaft am Semmering in die Werkstatt in Wien gewandert

Der österreichische Rundfunk (ORF) war bei der Rettungsaktion live dabei, natürlich unter Einbindung des ehemaligen Besitzers des Schriftzuges (sprich dem derzeitigen Besitzer des Hotel Panhans). Übertragen wurde dies noch am selben Tag in der Sendung „Studio2“.

 

Was bedeutet diese Rettung für Österreich?

 

Das Panhans zählt zu den wenigen geschichtsträchtigen Grand Hotels Österreichs. Wie bereits erwähnt war es einmal eines der größten Hotels Europas mit seinen vierhundert Zimmern und dem wunderbaren Hallenbad. Der Schriftzug spiegelt die Epoche des Jugendstils wider. Ein absolut spannendes Objekt für jeden Typographiebegeisterten und Sammler.

 

Wie geht es nun weiter?

 

Ich arbeite schon fleißig mit einigen Partnern an Präsentationsmöglichkeiten – Ideen gäbe es genug! Der rechtmäßige Platz des Originalschriftzuges wäre wohl im niederösterreichischen Landesmuseum – am Besten im Garten oder am Vorplatz.

Im Moment wird die Grundsubstanz der Buchstaben fixiert und entrostet. Durch die Restaurierung erhalten sie dann wieder ihre Originalfarbe.

 

Welche Geschichten erzählt der Panhans Schriftzug?

 

Der Entwurf stammt aus einer Zeit als Wien und die Lieblingsplätze der Wiener Gesellschaft außerhalb Wiens sich mit Paris kulturelle Matches lieferten. Ein Großteil der zeitgenössischen Meinungsträger war in Zeiten der Monarchie auf Sommerfrische im Panhans. Aber auch später, nach zahlreichen Besitzerwechseln kamen die Berühmtheiten weiterhin zum legendären Grand Hotel am Semmering. Allein schon die Anreise mit dem Zug auf der heute zum UNESCO Weltkulturerbe zählenden Strecke, war sagenumwoben schön und ein großer Anreiz für viele.

Josefine Baker hat dort den ersten Schnee gesehen, Erzherzog Karl Franz Josef – der letzte österreichische Kaiser – hat 1908 dort Skifahren gelernt. Heinz Rühmann hat seine Hochzeitsnacht im Panhans verbracht. Peter Altenberg, Adolf Loos, Gerd Hauptmann, Karl Kraus und viele andere hatten dort ihre kreativen Sternstunden.

 

Das legendäre Panhans Hallenbad
Quelle: https://semmering.com/page/geschichte-grand-hotel-panhans
Poster aus den 1920er Jahren
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Panhans
Der Spaziergang – Die Entdeckung
Elisabeth Gottfried und der Panhans Original Schriftzug
Semmering, Februar 2020
(c) Christof Stein
Christof Stein und Studio 2/ORF Moderator Rupert Kluger
Semmering Februar 2020
(c) Christof Stein