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Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Sonnenbrillen

Montag, 02.08.2021, ab 17:30, Studio2//ORF

Thema: Sonnenbrillen – Schutz & Fashion

Grelles Sonnenlicht ist für die Augen unangenehm und schadet den Augen, dies ist schon lange bekannt. Der natürliche Schutz des Menschen – die Verengung der Pupille und das Blinzeln ist nicht ausreichend.

Besonders Kulturen die in Eis und Schnee leben haben durch die Reflexion eine intensive Lichteinwirkung. Die Lösung bei den Inuit: geschnitzte Schnee-Sonnen-Brille aus Walknochen mit ganz engen Schlitzen, es gibt einige prähistorische Modelle in Museen.

Man erkannte in Rom, dass farbiges Glas gut vor Sonnlicht schützt. Gajus Plinius (röm Gelehrter) berichtet, dass Kaiser Nero Gladiatorenkämpfe durch einen Smaragd betrachtete.

Araber Ibn al Haitham (965-1039 n. Chr.) berichtete: Wenn das Auge in extrem grelles Licht schaut, so leidet es und wird verletzt, denn wenn ein Beobachter in die Sonne schaut, so kann er sie nicht gut erblicken, da dem Auge wegen des Sonnenlichts Qualen wiederfahren.

Im 12. Jahrhundert in China trugen Richter Brillen aus Rauchquarz um die persönlichen Empfindungen – wie Sympathie oder Antipathie – bei der Befragung von Zeugen zu verbergen.

Ende des 15. Jahrhunderts entstanden Brillen mit farbigen Gläsern zum Schutz vor der Sonne – meist in grün, blau, gelb oder rot – vor allem auch in China.

1797 erfand der Engländer Richardson eine Doppelbrille, sie lies seitlich grünes Glas vor die Brillengläser klappen zum Sonnenschutz, dieses Modell erfreute sich bis in die Mitte 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit.

Brillen sind bis in die  2. Hälfte 19. Jh. Einzelanfertigungen, denn die schädliche Wirkung der UV-Strahlen ist noch nicht hinreichend bekannt. Im Jahr 1936 folgt die erste Blendschutzbrille für ein breites Publikum.

Mitgebracht habe ich eine „Celebrity“-Tischlampe, Entwurf Stephan Breier & Johannes Scherr, 2006.

Ich stelle Modelle in der Sendung vor wie eine Ray-Ban, wie sie Audrey Hepburn in Frühstück bei Tiffany 1961 getragen hat, eine weitere Ray-Ban wie Tom Cruise in Top gun, oder eine Brille wie sie in Miami Vice von Don Johnson getragen wurde.

John Lennon – Nickelbrille (auch auf Plattencovers abgebildet) – ein Accessoire der Hippibewegung! Auch die Blues Brothers wären ohne Brille undenkbar. Ich habe weitere Modelle von Marc Jacobs, Prada, Rodenstock,  Versace, und viele mehr. Ganz wichtig ist die Sonnenbrille natürlich auch beim Pokern!

Die ganze Modebranche ist inspiriert von der Brille und der Sonnenbrille!