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Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Unerwünschte Weihnachtsgeschenke

 

Montag, 09.01.2023, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Kreativ und wertvoll, aber ungeliebt. Geschenke an den falschen Beschenkten.

 

“Gestatten, das ist der Seppi. Der Seppi, der ist ein Weihnachtsgeschenk. Das Problem ist, der neue Besitzer hatte mit dem Seppi gar keine Freude”, sprach Norbert Oberhauser und fragte mich sogleich, warum denn das so sei.

 

“So ein lieber Dackelblick, wie kann man den nicht mögen?”, fügte er noch schmunzelnd hinzu.

 

Es gibt sicher genug Zuseher:innen, die sich über so ein Geschenk wirklich gefreut hätten. In diesem Fall aber war es ein Fehlgriff –  so einen Wackeldackel für das Autoheck ist eher nichts für den Katzenliebhaber und Autoverweigerer, wie man sich vorstellen kann. 

Ich habe die Zeit der Weihnachtsfeiertage genutzt, um einen Rundruf in der Familie und unter Freund:innen und Kolleg:innen zu machen – wer hat was zu Weihnachten bekommen und welche Geschenke waren eher ein Schuss ins Wasser. 

 

Man darf natürlich nicht vergessen, dass sich der Schenkende oder die Schenkende sich etwas dabei gedacht hat, allerdings heißt es nicht, dass der/die Beschenkte damit etwas anfangen kann.

 

Das nächste Beispiel eines Geschenkfehlschlages war ein Fußball – aber kein gewöhnlicher, sondern eine absolute Ikone, nämlich der Original Tangoball von Adidas von 1978 (als wir, wie wir alle wissen, Österreich Deutschland 3:2 bei der WM in Argentinien geschlagen hat – das erste Mal seit 50 Jahren wohlgemerkt).

Leider hat der Beschenkte als Kulturbegeisterter nichts mit Fußball am Hut, Ikone hin oder her.

 

Das nächste Fehltreffergeschenk war ein Handaschenbecher für den Nichtraucher. Obwohl ein Objekt mit Geschichte, von einer Legende, nämlich der Werkstätte Hagenauer mit einem nicht unbedeutenden Wert von circa 600 Euro, fand es leider auch keinen Gefallen.

 

Die Zitronenpresse von Philippe Stark ist zwar vielfältig und als Objekt einsetzbar. Man muss es gar nicht wegräumen, so ästhetisch ansprechend wäre es für die meisten – aber, wie so vieles im Leben, ist dies natürlich auch Geschmackssache und hier trifft es nicht den Geschmack der beschenkten Person.

 

Ein Objekt, bei dem auch ich fast ausgestiegen wäre, war wirklich ein Kuriosum. Die Etikette klärt auf. Es handelte sich um einen elektrostatischen Handstaubsauger für energiebewusste Menschen, die Staubflankerln und Bröserl elektrostatisch aufsaugen – und wie das? Nämlich durch Hin- und Herschwenken des Metallteils, dadurch laden sich die Bakelit-Lamellen elektrostatisch auf.

Hat sich leider als Idee nicht wirklich durchgesetzt und ist somit etwas was für Sammler:innen von Patenten, die erfolglos blieben.

 

Ein – Achtung Zungenbrecher – Rehlederdamenhandschuhfingerstrecker (den Rehlederdamenhandschuhe im Speziellen gehen ein und müssen gestreckt werden da sie sich bei Lagerung zusammenziehen) leider war die vegan lebende Beschenkte nicht erfreut über solch ein Geschenk und konnte wirklich gar nichts damit anfangen. Meine Vermutung ist allerdings, dass der Schenkende gar keine Ahnung hatte, was es mit diesem Objekt auf sich hatte.

 

Ein symbolisches, als Scherz gedachtes Geschenk kam nicht gut an. Einen Lockenstabwickler einem Glatzkopf zu schenken war wohl nur im Moment witzig. 

Ich habe heuer von meinem Schwiegervater einen Reisekleiderbügel zum Ausklappen in einem Lederetuit bekommen. Wunderschöne Verarbeitung und ein lustiger Gag, aber was mache ich heutzutage damit, wo es doch in allen Unterkünften Kleiderbügel en masse normalerweise gibt und man nicht mehr mit dem Schrankkoffer reist. 

Das Kunstwerk mit dem Motiv “junge nackte Dame” war zwar eine schöne Handarbeit, geschenkt einem Männerpärchen – diese fanden aber einfach keinen passenden Platz dafür.

 

Der Original aus Rosenthal gefertigte Bettwärmer, um 1920, ist zwar für energiebewusste Wohnungstemperatursenker aber für jemanden, der sich stattdessen handgestrickte Schafwollsocken gewünscht hat, unpassend und da nicht geerdet lebensgefährlich. Wer weiß, ob da nicht Absicht dahintersteckte…!

 

Wenn das Christkind mal daneben greift, landet es eben bei mir. 

 

Danke an die vielen verschiedenen Leihgeber:innen, dieser kuriosen aber leider ungeliebten Geschenke. Bald muss ich wohl ein “Weihnachtsgeschenke-Tauschgeschäft” eröffnen (zwinker, zwinker)!

 

Auf ein Neues in 2023!

 

 

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Meine Südfrankreich Reise

Montag, 28.11.2022, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Auf der Suche nach besonderen Schätzen

 

“Was für ein Prachtstück. Ist dies wirklich das, was ich lese? Die goldene Platte von den Beatles aus dem Jahr 1966?” – ,so klang Martin Ferdinys Einstieg in meinen Sendungsbeitrag. So erstaunt war auch ich, als diese Platte aus einem LKW am Flohmarkt in Carpentras herausblitzen sah.

Yellow Submarine war auch das erste Lied, das ich auf meiner Gitarre versucht habe zu interpretieren.

Der Händler erklärte mir, dass er eine Filiale nach Konkurs der Planet Hollywood Kette geräumt hatte und daher kam dieses wunderbare Stück. Es ist für mich noch nicht ganz klar, was es wert ist, aber ich gehe von ein paar hundert Euro aus.

“Woher weißt Du, wo Du die besten Schätze findest?”, fragte mich dann Martin.

Aufgrund von Corona war ich ja drei Jahre nicht mehr auf einer Shoppingtour unterwegs – dieses Jahr hat es aber funktioniert und alle Märkte und Hotspots waren wieder geöffnet. Somit habe ich mich mit meinem LKW und einem guten Freund auf diese 4000km Tour begeben – eine Woche, jeden Tag an einem anderen Ort. Begonnen hat die Reise in Italien, genauer gesagt in Verona, wo ich beim ehemaligen Tormanntrainer von Luigi Buffon, der jetzt Vintage Interior Designer ist, eingekauft habe. Danach ging es nach Nizza weiter. Anschließend Marseille bis hinunter nach Bezier. Später noch Avignon und Montpellier. 

Ich bin nun schon seit 30 Jahren in diesem Metier und kenne die nationalen wie internationalen Märkte und Messen. 

Ganz in der Früh stehen schon die Menschenmassen, versuchen die letzten Parkplätze zu finden, alle warten ungeduldig auf die Sirenen, die quasi den Startschuss um 8 Uhr Früh für den hellen Wahnsinn legen. Die Endorphine, das Dopamin wird ausgeschüttet und schon geht es los – Verkäufer und Käufer laufen alle gleichzeitig auf das Ausstellungsgelände – links oder rechts? Wo ist das große Glück zu finden? Manchmal ist man dann Glücksritter und manchmal eben nicht.

Das kleinste Objekt mit Geschichte, das ich in die Sendung mitgebracht hatte, war ein schulmedizinisches Präparat – eine echte Auster mit Perle. Das lugte aus einer Kiste heraus und ich konnte einfach nicht widerstehen. 

Ein Möbelstück mit Geschichte war von Émilé Gallé, noch im Originalzustand, dieser Tisch wird in Kürze restauriert werden. Gallé war durch seine Glaskunst berühmt, sozusagen das “enfant terrible” in Frankreich – wie es bei uns Koloman Moser und Hoffmann waren. Dieser Tisch wurde aus tropischen Hölzern gemacht und liegt bei einer Wertigkeit von 5000 – 6000 Euro.

Man stelle sich vor: Sonnenschein, Austern schon in der Früh, eine idyllische Marktszenerie und dann stolpere ich über einen Picasso (genauer gesagt eine Lithographie), abgebildet darauf, passend zur Stimmung, der Gott des Weines, aus den 1960er Jahren, mit Original Rahmung und Passepartout, in einer kleinen Auflage (ich habe die Editionsnummer 142 von 250 ergattert, persönlich signiert vom großen Meister). Ein wenig stockfleckig, allerdings könnte man diese Stellen aufhellen, um die Grafik noch wertvoller zu machen. Die Grafik basiert auf einem Original aus 1955 mit dem klingenden Namen “Bacchanale”.

“Le prochain objet de désir” (das nächste Objekt der Begierde) war dann eine wunderschöne Obstschale. Mein Kauf war eine Art von Rückführung, denn es handelt sich hierbei um eine Glasarbeit, circa um 1910, von Wilhelm Kralik Sohn, einer böhmischen Glasmanufaktur,die damals Teil der Monarchie war. Auf der Flucht haben jüdische Bürger:innen Objekte wie dieses mitgenommen, Südfrankreich war sehr lange “zone libre” und somit erhielt sich dieses Stück dort bis heute einwandfrei. Nun hat dieses Kulturgut und Stück Zeithistorie seinen Weg zurück gefunden. 

“Make Art not War”- der Titel eines signierten Posters von Shepard Fairey (berühmter US Street Art Künstler) ist weiterhin passend zum Krieg in der Ukraine, der im Februar nun schon ein Jahr dauern wird. Dieses Südfrankreich Einkaufstour-Prachtstück habe ich dann kurzerhand an “Licht ins Dunkle” gespendet, weil es einfach so gut passt.

Übrigens – während ich auf meinen Auftritt wartete, durfte ich den großartigen bluesigen Balladensänger Konstantin Wecker kennenlernen! Hier seht ihr ein Foto von uns auf meinem Instagram Account.

 

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Historische Weinflaschen und Utensilien

Montag, 14.11.2022, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Eines der ältesten Kulturgüter – Wein

 

„Es wird ein Wein sein – und wir werden nimmer sein…!“. Wein zählt zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit. Hans Moser als Reblaus wäre begeistert gewesen von der heutigen Sendung. 

Martin Ferdiny meinte auch gleich zu Beginn: “Ich tue jetzt sehr gerne meinen Dienst angesichts dieser Kostbarkeiten, die uns Christof Stein mitgebracht hat. Salvador Dalí hat gesagt: „Wein trinkt man nicht, man kostet Geheimnisse und einige dieser Geheimnisse wollen wir jetzt lüften!” Was für ein Intro!

“Wie hat es sich zu diesem Kulturgut entwickelt?“ fragte mich Martin. Also, allem voran: Wein und der Genuss dessen haben immer etwas mit Gemeinsamkeit, Brüderlichkeit und natürlich auch Schwesterlichkeit zu tun – es gibt Weinbruderschaften und Weinkonvente, längst ist Wein allerdings keine Männerdomäne mehr, auch nicht im Anbau. Hier dazu mehr. 

Aber zum Geschichtlichen: Im Nahen Osten lässt sich der Anbau von Wein bereits für das dritte vorchristliche Jahrhundert nachweisen. In der Bibel wird vom Weinbau bereits unmittelbar nach der großen Flut berichtet. 

Sprachhistorisch: arabisch wayn / althochdeutsch win / lateinisch vinum – und bedeutet: vergorener Saft aus Beeren der edlen Weinrebe.

Wein hat mindestens 8,5 Volumenprozent Alkohol. Verschiedene biochemische Abläufe führen dazu, dass manche Weine jahrzehntelang reifen und haltbar sind.

Die häufigsten Weine sind Rot, Weiß, Rosé, Schaumweine (wie Champagner, Sekt, Spumante, Perlwein,….), so wie Likörweine (wie Marsala, Sherry, Portwein,…).

Bekannt sind uns und allen Zusehr:innen die Götter Osiris in Ägypten, Dionysos in Griechenland, so wie auch Bacchus aus der römischen Mythologie. Dionysos ist der Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase, was ja eigentlich schon alles sagt.  Odysseus hat den Zyklopen geblendet beziehungsweise berauscht mit Wein und dadurch besiegt. Wasser wird zu Wein, kennen wir aus dem Christentum (Kurz dazu: Die Hochzeit zu Kana ist eine Wundererzählung aus der Bibel, die davon berichtet, wie Jesus von Nazareth als Gast einer Hochzeitsfeier Wasser in Wein verwandelt).

Leider gehört Österreich nicht zu den Top 5 Weinproduzenten der Welt sondern Italien, Frankreich, Spanien, USA und Argentinien, wobei die ersten drei genannten Länder mehr als die Hälfte des Weinweltanteils produzieren.

Kurz zu Österreich: Mit einer Fläche von ungefähr 50.000 Hektar, auf dem ungefähr 66 % Weißwein und circa 34 % Rotwein angebaut werden, hat das Land einen Jahresdurchschnitt, hinsichtlich Produktion, von 2,3 Millionen Hektoliter Wein. 

Neben all den Weinsammler:innen,die nach Jahrgängen oder Regionen sammeln, gibt es natürlich auch alles Mögliche rundherum, welches das Sammlerherz höher schlagen lässt.

Mitgebracht hatte ich einen Querschnitt spannender Objekte mit Geschichte – schöne Jugendstil Gläser um 1900 für Weißwein, mein privates Verkosterglas typisch für den französischen Landwein (Rotwein), wunderschön geätzt (darauf sieht man Sonne und Mond), circa um 1800, ergo das älteste Stück, das ich in der Sendung präsentierte.  Typisch für Skandinavien sind olivgrüne Weißweinbecher, die definitiv nicht für Rotwein gedacht sind, weil der Wein dann optisch braun verfärbt wirkt (und dann unappetitlich ist, meinte Martin).

Typische Gläser für den Grünen Veltliner (Riedle Glas)hatte ich auch in der Sendung mit. 

Ein spannendes Stück ist der Laura Ashley Entwurf, ein Weinglas aus den 1980er Jahren.

Wenn man nun an das Öffnen der begehrten Weinflaschen denkt: etwas Typisches für die Jagd, ein Öffner mit Hirschgeweih oder so wie mein privater Flaschenöffner aus Messing mit speziellem Patent, hatten ihre rühmlichen Momente in der Studio2 Sendung.

Zum Verschließen des köstlichen Weingutes gibt es natürlich historische Korken aus Murano, aus Porzellan (oft mit Ausgießer durch die Nase) und der gehämmerte Messingkorken aus den 1950er Jahren, der aussah wie die vietnamesischen Kappen der Reisbauern.

Meine Favoriten sind die Weinkühler – einer davon ist ultraleicht und wiegt gerade mal 100 Gramm, also 10 dag – die Leichtgewichte wurden speziell für die Zeppeline hergestellt, da konnte man sich kein unnötiges Gewicht leisten. Dieser spezielle Weinkühler war natürlich aus der ersten Klasse. “Ein Wein zum Abheben” sozusagen, witzelte Martin. 

Der Weinkühler aus der letzten Jahrhundertwende bietet Platz für vier  Weinflaschen. Naturgemäß für Weißweine, allerdings hatte ich aus Dekorationsgründen meinen ältesten Rotwein (aus 1953) darin stehen.

Wenn wir schon über Etiketten sprechen, gibt es fanatische Etikettensammler:innen. Es gibt nämlich Etiketten, die auch bis zu 3000 Euro erzielen können, sozusagen die Blaue Mauritius der Weinwelt.

In Nachlässen finden sich manchmal versteckte und eventuell unerkannte Besonderheiten und Schätze. Wenn die Nachkommen diese nicht wollen, komme ich manchmal in den Genuss der Geheimnisse des Weinkellers. Dann mache ich es wie der Bockerer und reiß’ beim Tarockieren eine Flasche auf, egal was sie möglicherweise wert ist – wir genießen sie dann in trauter Gemeinsamkeit.

Kurios: Es gibt eine App namens „Vivino„, die einem sagt, was der Wein wert ist.   Dafür muss man einfach nur das Flaschenetikett abfotografieren. Dann schlägt die App sogar das passende Essen oder den nächsten Weinhändler vor. Grandios, oder – was denkt ihr?

Und nun noch die letzten schönen Tage in den Wiener Weinbergen genießen und sich mit heurigem Wein für die kalten Tage beim Ab Hof Verkauf eindecken! 

 

Danke an den Leihgeber Paul Kozak für die Weinrequisiten.

 

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Historische Brotdosen

Montag, 07.11.2022, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Warum eine Brotdose so wichtig für meine Karriere war

Die Intro begann diesmal so in etwa in dem Stil “Die Brotdose hat über 100 Jahre auf dem Deckel“ (augenzwinkernd metaphorisch gesprochen). Das älteste Modell war …” Halt, Full Stop – etwas ganz Wichtiges noch bevor wir zum Thema kommen: Ich wollte in der Sendung einfach mal eine Lanze brechen für das Studio2-Dekorationsteam. Das Prozedere ist nämlich so: Ich komme mit den Stücken, den Möbeln und Objekten mit Geschichte, die in Kartons und Schachteln verpackt sind, ins Studio. Innerhalb von kürzester Zeit entscheiden dann die beiden Studio2 Mitarbeiterinnen Marion Mannsberger und Christa Dubovsky-Berndl wie man dann, zum Beispiel für diese heutige Sendung, die Objekte so in Szene setzt, dass man das Gefühl hat, in eine Zuckerbäckerei zu kommen. Also an dieser Stelle ein großes Danke an die beiden Damen. Nun zurück zum eigentlichen Thema.

Die über 100 Jahre alte Wiener Dose aus dem Prater, eine der allerersten Stücke, die ich gemeinsam mit einem Freund gefunden habe, war aus einem  Historismusbau aus 1880, welcher leider später abgerissen wurde. 

Wunderbare Funktion mit unglaubliche Technik, optisch ansprechend – da man auch sehen konnte, was sich drinnen befand, da es die einzige Glasdose war, die ich mitgebracht hatte.

Brot selber gibt es seit 11.000 Jahren, man glaubt es kaum! Die Menschen fingen an, Getreide anzubauen. Gegen Ende der mittleren Steinzeit wurde der Getreidebau forciert – seit 6000 Jahren sind die ältesten Getreideformen bekannt: Weizen, Gerste, Hirse, Emmer (dies ist eine alte Weizenart).

Zwischen 6000 – 3000 vor Christus breitete es sich im gesamten Orient (Ägypten, China, Indien,…) aus. Das Wort stammt vom althochdeutschen Begriff „prot“ ab, was so viel bedeutet wie “Gegorenes“ (wegen der Hefepilze, beziehungsweise den Milchsäurebakterien).

Durch die Römer gelangte das Wissen des Brotbackens nach Griechenland und über Italien, dann nach ganz Europa. Die Römer hatten Großbäckereien, sie entwickelten steinerne Drehmühlen, die das Zermahlen des Korns vereinfachten. 

Im Jahr 2012 in den Schweizer Alpen  ist aus dem Ewigen Eis eine Brotdose ausgeapert (hier nachlesen), in welcher Getreidekörner gefunden wurden. Diese war aus Holz gemacht, weil – wie wir wissen – Holz die Feuchtigkeit gut hält. Später war das Hauptmaterial allerdings Keramik. Die Brotdosen werden mit Luftlöchern versehen, damit es zu keinem Schimmelbefall kommt. Die Keksdosen hingegen sind am besten luftdicht, um vor allem in der Weihnachtszeit die Vanillekipferl weich werden zu lassen.  

Strenge und verspielte Musterungen gibt es bei den verschiedenen Brot-/Keksdosen. Ein mitgebrachtes Objekt war von 1910 herum von Joseph Maria Olbrich.  Dies ist meine private Dose, welche ich nicht hergeben würde, aber müsste ich sie heute kaufen, würde ich sicher 600 Euro dafür ausgeben, denn das wäre sie auch wert.

Die Dekorsachen können klassisch oder verspielt sein, wie wir gesehen haben – zwei Objekte, die ich präsentierte waren von einer tschechischen Manufaktur und der Manufaktur aus Wilhelmsburg dem Vorgänger von Lilienporzellan, mit Spritzdekor. Spritzdekor bedeutet nicht glasiert, sondern mit Schablone gespritzt – dadurch entstand das geometrische Muster auf der einen Dose oder das wolkenähnliche Himmelsgebilde auf der anderen Brotdose.

Verena meinte dann, dass einige Brotdosen sie an Biedermeier Dekor erinnern würden, aber in Wirklichkeit waren diese eher im Art Deco um die 1920/30er angesiedelt. 

Die Wiener Rose, die ja dann auch auf Alt Wiener und Augarten Porzellan zu einem weit verbreiteten Muster avanciert ist, war diesmal von Eichwald (um 1900, eine Manufaktur aus Deutschland).

Auf Verenas Frage hin, ob es denn eine Sammler:innen Community für Keks-/und Brotdosen gäbe, meinte ich einleitend, dass ich ein großer Fan davon wäre, Küchen individuell zu gestalten, mit speziellen Stücken, die sonst kein/e andere/r hat. In Holland gibt es fanatische Sammler, welche Brotdosen mit Henkel auch auf Reisen für das Outdoor Picknick mitnehmen. Es gibt überall Communities, auch in USA, aber gerade Holland ist ein Hotspot, wo es ganze Messestände ausschließlich für Keks- und Brotdosen gibt. 

Der Anstoß mich mit alten und schönen Dingen zu befassen, war diese ominöse Glas Keks-/Brotdose, die mein Freund und ich im Prater entdeckt haben. Also schon allein aus diesem Grund ein ganz besonderes Stück. 

Unser täglich Brot gib’ uns heute…gerade in Zeiten wie diesen!

Vielen Dank an den Leihgeber Paul Kozak.

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Wiener Kaffeehauskultur

Montag, 31.10.2022, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Die Geschichte des Kaffees

Die Tage werden kürzer und es ist einladend, es sich gemütlich zu machen, am besten in einem Wiener Kaffeehaus. 

“Warum hast Du das Kaffeehaus so gern?” hat mich Birgit Fenderl gleich am Beginn meines Sendungsbeitrages gefragt. Als Ort der Begegnung und als verlängertes Wohnzimmer ist das Kaffeehaus optimal und vor allem in Zeiten wie diesen, um Strom zu sparen. Ergo man findet sich in einem Lieblingskaffeehaus ein, unterstützt die heimische Wirtschaft und den Kaffeehausbesitzer und trägt zusätzlich konstruktiv zur Energiekrise bei. 

Die Legende besagt, dass die Wiener während der Befreiung von der Zweiten Türkenbelagerung 1683 einige Säcke mit seltsamen Bohnen fanden, die sie zunächst für Kamelfutter hielten und verbrennen wollten. König Jan III Sobieski soll diese seinem Offizier und Dolmetscher namens Georg Franz Kolschitzky übergeben haben. Dieser hätte, wie gesagt laut der Legende, die Säcke an sich genommen und das erste Kaffeehaus gegründet. Diese Geschichte ist jedoch frei erfunden.  Der Piarist Gottfried Uhlich setzte sie 1783 in seiner Chronik „Geschichte der zweyten türkischen Belagerung Wiens, bey der hundertjährigen Gedächtnißfeyer“ in die Welt.

Tatsächlich passierte folgendes: Am 17. Jänner 1685 erteilte Kaiser Leopold I. einem Armenier namens Johannes Theodat als Dank für dessen Dienste die Hoffreiheit, das „türkische Getränk, als Caffe, The und Scherbet, zu praeparieren“. Theodat (Deodat/Diodato genannt), erhielt die Genehmigung für zwei Jahrzehnte und eröffnete sogleich sein Kaffeehaus am Hachenbergischen Haus auf dem Haarmarkt, in der heutigen Rotenturmstraße 14. Später hatten die Griechen das Monopol zum Ausschank von Kaffee inne.

Also, wie man sieht, Kaffee hat eine lange Tradition. Birgit fragte mich, wie die Menschen am Anfang Kaffee aufgenommen hatten. Es war gleich ein guter Erfolg, weil es ein exotisches Gut aus einer neuen Welt darstellte. 1850 im industriellen Zeitalter dann auch für die Bürger und arme Leute leistbar . Kaffee wurde für die breite Bevölkerung eine Art Nahrungsersatz, den ganzen Tag über köchelte eine Kaffeesuppe auf dem Herd, in die Brot eingeweicht wurde. Die Suppe wärmte, sättigte und hielt wach. Fabrikarbeiter tranken Kaffee, um ihre Konzentration und Ausdauer zu stärken. 

Die Hochblüte war um 1900 mit 600 Kaffeehäusern in Wien. Unglaublich viel Kultur ist dort entstanden – Literatur, Kompositionen, politische Diskussion und so vieles mehr.

Ein paar spannende Fakten:

1850: Kaffee ist endgültig Volksgetränk geworden.

1901 erfand der Japaner Dr. Sartori Kato den löslichen Kaffee – dieser wurde ab 1938 von der Firma Nestlé vermarktet und vertrieben.

1905 gelang es dem Bremer Ludwig Roselius dem Kaffee das Koffein zu entziehen – als erster entkoffeinierter Kaffee kam der Kaffee HAG auf den Markt.

1908 erfand die Dresdner Hausfrau Melitta Bentz den Kaffeefilter, der bis heute noch zum Einsatz kommt.

Interessant: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kaffee zum Symbol des Aufschwungs – wer Kaffee trank, konnte sich wieder etwas leisten.

Aber nun zu den Möbel und Objekten mit Geschichte: mitgenommen hatte ich in die Sendung Sessel, Fuß- so wie auch Barhocker aus dem Kultcafé „Café L’Europe am Graben, das im Historismus entstanden war und 1944 abgebrannt ist. Ende der 1940er war es das erste Stehcafé, wo man den Espresso wie in Italien “al banco” konsumieren konnte. 

Die Hocker standen direkt an der Bar, die Auslagensesseln mit den Fußhockern, auf denen die Enkelkinder Platz fanden, präsentierte ich auch in der Sendung.

Mein Großvater war 25 Jahre lang Geschäftsführer im Café L’Europe – er im Frack, ich am Fußhocker und habe beobachtet, was da alles so vor sich ging. 

Bernhard Paul oder andere große Sammler wie er würden dafür vierstellige Beträge bezahlen. Es handelt sich nämlich um die Original Ledergarnitur.

Der Zotti Tisch aus dem Café Museum ist heute um die 700 Euro wert. Das nächste präsentierte Möbelstück war aus dem Café Prückl, von Oswald Haerdtl, allerdings ohne die Original Tischplatte, aber in Form und Funktion voll erhalten.

Alte Plätze werden momentan wiederbelebt, wie zum Beispiel das Café Cobenzl. Die Menükarte von 1900 kommt auch in meinem neuen Buch „Möbel und Objekt mit Geschichte“ (wunderbarer Text von Tafelkulturistin Anette Ahrens) vor.

Objekte mit Geschichte, die Lust auf ein Volume II meines Buches machen, waren unter anderem ein Sacher Teller für Tafelspitz, Rösti und natürlich Spinat. 

Zum Abschluss zeigte ich noch ein kleines Objekt mit großer romantischer Geschichte. Ein Zuckerportionierer aus dem Café Herrenhof, das es so heute nicht mehr gibt, für zwei Stück Zucker speziell portioniert, war ein Erinnerungsstück von zwei Herrschaften, die sich im Café  kennengelernt haben und 42 Jahre verheiratet waren. Das Objekt ist immer in der Familie geblieben – das war das „Zuckerstück“. 

Noch ein kurzer Exkurs generell zum Wiener Kaffeehaus: Die Einrichtung des typischen Wiener Kaffeehauses reichte beziehungsweise reicht von gemütlichem Plüsch bis hin zu kühlem Einrichtungsstil. Als klassische Einrichtung gelten Thonet-Sessel, der in Wien ehemals ansässigen “Thonet-Sessel-Manufaktur” und Kaffeehaustische mit Marmorplatten. Eines der am besten erhaltenen Kaffeehäuser ist das Café Sperl, das über eine unverfälschte, nicht modernisierte, aber stark restaurierte Einrichtung verfügt. Das Café Central im Palais Ferstel ist seit der Neueröffnung 1975 in einer monumentalen Halle im Stil der Neorenaissance untergebracht, das Café Prückel hingegen besitzt eine originalgetreu erhaltene Einrichtung aus den 1950er Jahren. Das Café Westend besticht durch authentisch abgenutzten Charme.

Birgit Fenderl hat mich abschließend gefragt, welches denn mein absolutes Lieblingskaffeehaus wäre. Dies zu beantworten ist schwierig und hängt mit der Laune des jeweiligen Tages zusammen. Top sind auf jeden Fall das Landtmann, das Café Museum aber auch das legendäre Café Sperl, wo ich lange Zeit immer wieder die Sesseln repariert habe und sie mir dann den Kaffee zu mir in mein (ehemaliges Geschäftslokal) lichterloh gleich gegenüber liegend (auf der Gumpendorfer Straße) gebracht haben. Wenn ich mich nach langem Verweilen fühle, ist mein Favorit wohl das Café Prückel.

Noch ein wichtiges Faktum am Ende meines Blogeintrags: Die Wiener Kaffeehauskultur zählt seit 2011 zum immateriellen Kulturerbe! 

Danke an den Leihgeber Paul Kozak.

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Schneidebretter aus Keramik und Porzellan

Montag, 24.10.2022, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Waidmannsheil, Feitl und Schneidebrett

Etwas ganz Spezielles hatte ich heute wieder im Studio2 mit – nämlich Schneidebretter und zwar nicht aus Holz, sondern aus Keramik und Porzellan. Birgit Fenderl war ganz erstaunt, aber dazu kann ich nur sagen: „Es gibt ja nichts, was es nicht gibt!”.

Viral im Netz geht ja momentan der Trend “Butterbrett statt Butterbrot” – wo ja kein Geschirr verwendet wird, denn Butter wird mit dem Löffel direkt aufs Schneidebrett aufgeschichtet, Kräuter, Radieschen “drübergestreut” oder was auch immer gerade der Stimmung und dem Gusto entspricht – und wird dann mit einem Stück Brot “aufgesogen”.

Ein sehr kommunikatives Tool, denn alle kommen am “Brettl” zusammen – passend zu dem historischen Brettlspruch: “Unser täglich Brot gib uns heute!”

Die heutigen “Sendungmitbringsl” hatte ich in zwei Kategorien aufgeteilt – Dekor und Sprüche: Jede Küche hat einen eigenen Stil, dementsprechend gibt es verschiedene Dekore und Sprüche, die unterschiedliches Klientel ansprechen. Diese Keramik oder Porzellan Unterlagen oder „Bretter“ kamen schon Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Auch großartige Jugendstil-Schneidebretter hatte ich mit, so wie auch Delfter Keramik, die den Fliesen nachempfunden sind, mit den typischen Windmühlen darauf. 

Sammler:innen interessieren sich am meisten natürlich, wie immer, für die seltenen Bretter, mit seltener Formsprache – diese können dann auch mehr als 200 Euro bringen, wenn der Spruch darauf auch “pfeift”. Einige sind neutral gehalten, andere jedoch sind in Zeiten von Gender Equality und Non-Conformity nicht mehr politisch korrekt. Ein Brett, das ich in der Sendung präsentierte, war mit dem Spruch “Ein eigener Herd, ein braves Weib ist Gold und Perlen wert” versehen.

Aber zurück zu den positiven Seiten der Brettln: Die Österreicher:innen wandern gerne, da gehört ja zur Grundausstattung beim Wandern der Flachmann, das Messer (oder umgangssprachlich das Feitl), so wie auch das Schneidebrett für den Speck. 

Das Zwiebelmuster kommt ja aus aus Karlsbad, Meissner (Marke gekreuzte Schwerter) waren die ganz teuren aus Ostdeutschland aber Karlsbad  war in der Monarchie (heute Tschechien) dann der große österreichische Erzeuger. 

“Ist das praktisch, um Keramik zu schneiden, vor allem beim Wandern?”, fragte mich dann Birgit Fenderl.  Es ist definitiv hygienisch, leicht abzuwischen oder abzuwaschen, im Gegensatz zum Holzbrett – aber der wirkliche Grund ist einfach:  es ist einfach stilvoll, das dazu passende Geschirrtuch mit herrlicher Musterung – eine Sache der Ästhetik.

Danke an den Leihgeber Gerhard Bauderer! 

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Historische Siphon Flaschen

 

Montag, 12.09.2022, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Auf der Suche nach dem Holy Spirit 

“Wie steht es um Deine Tanzkünste?” fragte mich Birgit Fenderl als Intro zu meinem Sendungsbeitrag (im Beitrag vor meinem ging es um Tanztraining).

Als ich ein beginnender Tween war und ich mir keine Ballkarten leisten konnte, habe ich immer die Mitternachtseinlagen gemacht, denn dadurch kam man gratis auf den Ball. Aber ich bin einfach wirklich ein leidenschaftlicher Tänzer und war sogar in den frühen Tagen ein Jahr lang Tanzlehrer in Südafrika. Tanzen und Gin Fizz passen gut zusammen und somit eine Überleitung zum eigentlichen Thema: historische Sodawasserflaschen. 

 

1826 erfunden wurden diese vom ungarischen Benediktiner Priester Anyos Jedlik – auf der Suche nach dem heiligen Geist in der Flasche, dem Holy Spirit“ (Augenzwinkern mitdenken). Gleichzeitig wurde natürlich auch die Herstellung von Sodawasser entwickelt.

So richtig populär wurden sie dann im 20. Jahrhundert, aber auch in der Monarchie waren sie schon in Verwendung.

Das älteste Stück – da stand zwar auf dem Aufsatz 1927 – die Flasche an sich, aber stammt aus 1880/90 aus Tschechien, in Annagrün, einem Uranglas, das ganz leicht radioaktiv strahlt. Für ganz alte Gläser gibt es eigene Auktionen, in diesem Fall waren wir bei einem Wert von 300 Euro. Die Flasche daneben um 1920 aus Paris war dann um 1500 Euro doch wertvoller – davon gibt es nur wenige Exemplare am Markt.

Gerade die Flohmärkte in Paris wie beispielsweise Porte de Clignancourtgeben einiges her.

Die ganz alten Flaschen sind eher im dekorativen Bereich zu verorten – das Innenrohr ist wichtig für die Funktionalität, früher war es aus Glas jetzt aus Kunststoff.

Ein kurzer historischer Abriss zur Siphonflasche oder auch Soda-Wasser-Flasche und deren Funktionalität (= Zapfflasche für kohlensäurehaltige Getränke):

Immer noch hergestellt werden wieder befüllbare Flaschen aus Stahl, Aluminium, oder wie traditionell aus Metallgeflecht umwundenem Glas (bis 21. Jahrhundert war Mehrweg-Pfand üblich). Sie werden mit Kohlendioxid-Kartuschen unter Druck gesetzt (meist als Sodasiphon bezeichnet).

 

 

Das System wurde sehr lange genutzt, bis Trinkwassersprudler erfunden wurden.

Auch heute werden diese Flaschen noch in Bars genutzt, um Gin Fizzs oder Collins stilecht zuzubereiten. 

Die Flasche wird zu circa 70% mit Wasser gefüllt, luftdicht verschlossen und durch das Gasventil unter Druck gesetzt. Das CO2 löst sich dann im Wasser (je kälter das Wasser desto besser), das Wasser wird nach draußen gedrückt, sobald man den Verschlusshebel öffnet. Dazwischen ist ein Steigrohr, das den Kohlendioxidverlust nach Außen vermeidet.

1829 wurde in Frankreich erstmals diese Vorrichtung patentiert.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde ein verbessertes System zum Patent angemeldet von der Firma Aerators Lts. Diese Firma wurde 1919 von der Firma Sparklets erworben, die im WK I Munition hergestellt hat (stellen noch heute Systeme mit Druckkapseln her). 

Danach kamen die Roaring Twenties und kohlensäurehaltige Getränke wurden immer beliebter. Die Siphon-Kultur wurde der neue Chic (Gin Tonic, Whisky Soda,…) auch in zahlreichen Filmen dieser Zeit zu sehen (zb. Great Gatsby).

Ab den 50er Jahren gehörte die Siphonflasche zur Standardausstattung eines modernen Haushaltes. –

Sodasiphon ist ein bedeutender Teil der historischen Getränkekultur, eine beinahe unzerbrechliche Quelle von frischem Sodawasser in Glas mit Geflecht aus Stahl. Spannendes Detail am Rande: Es gab die Siphonflaschen auch zur Miete, wenn man sich einen eigenen nicht leisten konnte oder wollte. 

 

Zurück zu meinem Beitrag: Mir war wichtig, dass es in der Sendung nicht nur um die Wertigkeit ging, sondern gerade auch um den optischen Genuss.

 

Die bunteren Flaschen waren aus den 1950/60er Jahren aus Aluminium, teilweise eloxiert oder lackiert. Ein Interior Designer würde einen dann beraten, welche als Teil der Einrichtung zu einem farblich passen – welche so richtig “knallen” würde, um sich stilecht einen Gin Fizz in der Heimbar machen zu können. Berühmte Filmszenen kommen mit diesem Requisiteneinsatz (Sodawasser wird mit der Flasche ins Gesicht des Gegenübers gespritzt) kaum aus – vor allem im Oldschool Slapstick Bereich wie Buster Keaton, Dick und Doof oder Charlie Chaplin.

Glücksritter erwischen besondere Objekte mit Geschichte ab 5-7 Euro am Naschmarkt-Flohmarkt bevor die Sonne aufgeht, besondere Varianten, wie rot in schwarz oder gelb mit schwarz findet sich dann aber eventuell doch eher um die 125 Euro im Netz.

Wiederaufgelegete Modelle der Siphonflasche nach altem Vorbild gibt es jetzt auch wieder, wie vorher erwähnt, ein Boom seit den 2010er Jahren.

Zum Abschluss meinte Birgit wieder, beschwingt von unserem Sodawasser Gin Fizz Szenario: “Wir finden noch eine Gelegenheit Dich zum Tanzen zu bringen!”

Aber diese Geschichte wird an einem anderen Punkt erzählt werden…

 

Im Übrigen: wusstet ihr, dass  „SodaStream“ aus Israel stammt und als „Friedensprojekt “in Gemeinsamkeit von Israelis und Palästinensern in Form eines Startups begonnen wurde ?

Wie einfach Erfolg und Frieden, eben ein Miteinander sein können.

 

 

Ein großes Danke an den Leihgeber Gerhard Bauderer!