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Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Barhocker

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Barhocker

MONTAG, 23.02.2021, ab 17:30 Uhr

Studio 2//ORF

Sneak Preview für Montag, 22.2.2021

Thema: BARHOCKER

Zeit um diese Kultur im Studio2 kurz zum Leben zu erwecken.

Ursprünglich aus Amerika kam der Gedanke beim Greißler (convenience store) etwas für die Kunden auszuschenken, das im stehen getrunken werden konnte.

Da diese „Treffen“ beim “Greißler” immer beliebter wurden und dementsprechend mehr getrunken wurde, sind die wankenden Personen einfach auf einen Hocker gesetzt worden- der BARHOCKER war geboren.

Von Amerika aus gab es dann eine Verbreitung der Barkultur nach Europa um 1900 – fast ausschließlich in Hotels, erster Weltkrieg, schlechte Zeiten – Isolation der Weltmärkte – zweiter Weltkrieg – erst in den 1950er Jahren fand eine Verbreitung von Cocktails statt – in Großstädten wie New York City/London/Paris – in American Bars (außerhalb der USA) gab es internationale Getränke  …in Wien gibt es aber , wie wir wissen, eine andere Normalzeit – zwar gab es ein Aufkeimen der Barkultur nach dem zweiten Weltkrieg aber dem Wiener ist die Kaffeehauskultur und der geliebte Gspritzte oder das pure Hochprozentige lange mehr am Herzen gelegen. In den 1980er Jahren begann auch diese Kultur in Wien zu blühen.

Durch die voranschreitende Globalisierung hatte man vermehrt Zugang zu ungewöhnlichen Produkten: Kokosnüsse, Mangos, Limetten,… 

Der legendäre Film Cocktail mit Tom Cruise aus dem Jahr 1989 war ein Meilenstein  – das Wiederaufleben der Barkultur begann..

Spannende Lektüre hierzu: https://www.cargo-film.de/film/dokumentarfilm/barfilm-schuhmanns/

Weil wir nun aber die wilden, freien Parties so vermissen – sie werden wiederkommen, keine Frage! aber bis dahin – erzählte ich ein wenig von der Geschichte des Barhockers:

Diesmal hatte ich absolute Sehnsuchtsstücke ins Studio2 mitgenommen, Barhocker aus den verschiedenen Jahrzehnten (kaum ein Entwerfer hat sich nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt)  – finalmente: BAR open, wenn auch nur im Fernsehen 

Was ich mit hatte: Barhocker aus 100 Jahren vom legendären Wiener Lokal „Wiener Freiheit“ (leider ein Coronakrisenopfer) im Jugendstil Design Bugholz Barhocker bis hin zum Landhausstil (Auch im privaten Bereich hat der Barhocker schon längst Einzug gehalten) oder Memphis Design Stück (letzte benannte Stil Epoche, die aus Italien kam)…bis zum wertvollsten Stück entworfen von Arch. Dipl. Ing. R. Vorderegger: Cafe Europa Möbel, wo ich schon als kleines Kind drauf gesessen bin, denn mein Großvater war 30 Jahre lang Geschäftsführer vom Cafe Europa.

Darüber hinaus hatte ich noch einen österreichischen Barhocker von zeitlos schönem Design mit, dass beim Champions League Finale in Paris im VIP Bereich stand (was für eine Ehre!). Die beiden letzten Stücke waren ein skandinavischer Hocker, mit Sky bespannt (für die leichtere Pflege als Lederbespannung) und ein Wahnsinnsstück (Plank Miura) von Industriedesigner Konstantin Grčić.

FUN FACT: das Wort BAR ist einfach nur die Abkürzung von BARriere, der Tresen, der die Getränke und Gläser vor rabiaten Gästen schützen sollte.

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Speedway

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Speedway

MONTAG, 08.02.2021, ab 17:30 Uhr

Studio 2//ORF

Thema diesmal: Speedway Rennen und Maschinen, sowie die Legende Leopold Killmeyer

Eine ganz besondere Maschine habe ich heute ins Studio 2 mitgebracht gehabt – eine Speedway Maschine.

Der unglaublich charismatische Leopold Killmeyer wurde 1909 geboren und hat schon als Kind immer wieder Stürzen geübt. Mit 15 dann das erste Motorrad gekauft – und dann begann die Legende….Teilweise waren 100.000 Zuschauer bei seinen Rennen – nicht nur in Österreich, sondern auch im Rest Europas und in Übersee….überall hat er gewonnen….und das ohne Bremsen („Wozu soll ich bremsen? – ich will doch gewinnen!“soll er gesagt haben) – es gab nur 2 Optionen: gewinnen oder stürzen.

Nach dem 2. Weltkrieg kam sein jüngerer Bruder auch auf den Speedway Geschmack – und galten als identitätsbildend für Österreicher. …die Helden, die für „uns“ gewinnen – vergleichbar mit der Österreichischen Nationalmannschaft …

Ist die Maschine auch eine Geldanlage war dann die Frage …die Maschine ist im Privatbesitz der Familie aber eigentlich sollte sie im Technischen Museum ausgestellt werden.

Der Apfelbeck Motor ist natürlich das absolute Highlight für Technikfreaks.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Apfelbeck

Bis ins hohe Alter mit 92 hat er sich noch auf die Maschine gesetzt und ist mit dem Enkel nach Hietzing gefahren…

Wir sind nun in der Jahreszeit mit viel Schlamm und Matsch, speziell im städtischen Bereich.

Zeit für die Legende Speedway aus österreichischer Sicht.

Leopold Killmeyer und später auch sein Bruder Karl gewannen alles was es in dieser Sportart zu gewinnen gab!

Und halfen der Nation Österreich auch bei ihrer Identitätsfindung mit, teilweise vor über hunderttausend (!) Zusehern.

https://www.reisemosaik.at/…/Rennfahrer_Sandbahn.html…

Erwähnenswert wäre die Krieau in Wien als Austragungsort und  „auf der Gugl“ in Linz, in den 1970er Jahren gabs dort noch die graue Aschenbahn. Genau das Stadion, das jetzt umgebaut werden wird. Heute noch eine Bahn in St. Johann im Pongau. Auch Eisspeedway dort. 

Ich bringe die letzte Speedway Maschine aus den 1950er Jahren des Leopolds mit – mit Requisiten, Fotos und Preisen.

Gerade diese Maschine ist ein Wunderwerk an Technik und für den Sammler von technischen Innovationen und Oldtimern

ein absolutes Special.

Oldtimer und auch nur Teile wie Rückspiegel, Felgen oder Kühlerfiguren sind mittlerweile beliebte Sammlerstücke.

Und ja man munkelt, dass in dem Song von Gerhard Bronner „der Wilde mit seiner Maschin“ niemand geringerer als Leopold gemeint war…

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Geldscheine

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Geldscheine

MONTAG, 25.01.2021, ab 17:30 Uhr

Studio 2//ORF

Thema diesmal: Geldscheine

Money makes the world go around…the world go around….

Diesen Montag möchte ich über Geldscheine reden, zu einem Zeitpunkt wo Staatssparen abgeschafft wurde und die Gelddruckmaschinen Tag und Nacht laufen.

Geldscheine sind aber auch kulturelle Transporte, da ihre optische Gestaltung oft von echten Könnern übernommen wurde.

In 1762 in Österreich wurde Geld erst durch die Habsburger

vorgestellt und bis ins 20. Jahrhundert gab es ein gewisses Misstrauen von Seiten des Volkes dem „Papier“ gegenüber…

Marco Polo entdeckte um 1276 „kaiserliche Banknoten“ in China –  seit dem 11. Jahrhundert die ersten die Münze mit Papier kombinierten.

Ich habe Geldscheine aus verschiedenen Ländern und Kontinenten mitgebracht, der älteste war 250 Jahre alt. Geldscheine aus Nordkorea – man sieht wunderbar diese herrliche kommunistische Ästhetik…

Natürlich auch Notgeld, welches nur im Ausgabebezirk verwendet werden konnte.

Und natürlich auch die guten alten Schilling Scheine. Die Rückseite eines alten 20 Schilling Scheins ist einer meiner Favoriten – der wunderbare Semmeringbahn Blick.

Es gibt 3000 registrierte Sammler*innen weltweit, die auch für den steigenden Wert dieses Sammelgebietes sorgen.


Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Tarock

MONTAG, 18.01.2021, ab 17:30 Uhr

Studio 2//ORF

Scusi, Excusez-moi…was haben Freud, Bruckner und Mozart gemeinsam? … heute im Studio 2 war das Thema: TAROCK

Mozart liebte es, Brahms hatte seine fixe Runde, Johann Strauss spielte es in seiner Familie und für Freud war es ein guter Ausgleich, eine Art Supervision – TAROCK. Was Schach bei den Brettspielen ist Tarock bei den Kartenspielen – das Königsspiel. Im 15. Jhdt. aus Norditalien stammend ging es über Südfrankreich in die ganze Welt hinaus und so auch ins Habsburgerreich. Die Gestaltung der Karten war vielfältig, ob mit Tiermotiven, gesellschaftliche oder politische Themen und auch satirisch, es wurden Botschaften vermittelt und am Hofe gehörte es zum guten Ton ebenso wie Walzer tanzen können. Einige der Begriffe aus dem Tarock wurde auch ins Wienerische übernommen wie: jemanden den Gstieß geben…also sich von jemanden zu trennen oder Valat sein – komplett ermüdet.

Ich habe übrigens Norbert Oberhauser heute an Robert Redford in Der Clou erinnert (auch wenn da gepokert und nicht tarockiert wurde: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Clou). Der Bockerer, gespielt von Merkatz, kultivierte die wöchentliche Tarockierrunde. Es wurde immer in den verschiedenen politischen Konstellationen gespielt. Politische Parolen wurden auf den Tarockkarten transportiert.

Spannend auch für potenzielle Sammler*innen: bei einer Auktion kann ein komplettes Spiel aus 1850 (Motiv: der jungen Kaiser Franz Josef und der Wiener Adel) schon mal 1500 Euro bringen. Ich habe auch Spannendes über die waschbaren Leinen Tarockkarten und über Damen Tarock erzählt.

Und ja… ich spiele seit fast 50 Jahren dieses Königsspiel!

Mehr dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Tarock

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Glocken

MONTAG, 21.12.2020, ab 17:30 Uhr

Studio 2//ORF

Kling Glöckchen klingelingeling ist ein bekanntes Weihnachtslied -Bei uns ist das Christkindl Glöckchen nicht wegzudenken auf das alle Kinder mit großer Sehnsucht warten und die Bescherung ankündigt.

Natürlich gibt es eine große Sammlergemeinde und eine beeindruckende Geschichte dazu.

Mitgebracht werden von mir Glocken aus den verschiedenen Kontinenten, aber auch Tisch, Hotel und Auktionsglocken.

Natürlich darf das eigene Christkindl Glöckchen nicht fehlen!

Es war richtig laut im Studio 2 – denn es ging um Glocken, alte Glocken aus Japan und wertvolle Glocken mit Geschichte.

Seit 5000 Glocken gibt es Glocken, eine sehr alte Glocke (1500 v Christus) klingt auch heute noch in China, …

😉

Es gibt auch Glocken, die als antike “Fußfesseln” fungierten – zur Aufmerksamkeit wie Norbert Oberhauser sie schmunzelnd nannte.

Eine Glocke aus Arabien hatte ich auch mit, die im Sandsturm, also die sog. Karawanen Glocke, am Kamel angebunden der Wegweiser war.

Die Kirche hat die Bedeutung der Glocke schon in der Frühzeit erkannt. Die Pummerin kennt jeder Österreicher/jede Österreicherin, die 1711 aus den Überbleibseln der Kanonenrohre der Türkenbelagerung gemacht wurde, und somit eine Friedensglocke ist.

Im Sacher hat man früher Glöckchen gehört „Hallo, Hotel Sacher!“ Hotel und Auktion Glocken mit Drehmechanismus. Die Türglocke hatte auch so eine Art Schelle – hat bei der Großmutter so geklungen. Auch die Schulglocke klingt ähnlich.

Die älteste Glocke kam aus Japan aus 1820/30 circa.

Die aller wertvollste war eine Kuhglocke – aus 1936. Damals Olympiade in Berlin – im Feldhandball hat Österreich gegen die Schweiz gespielt und gewonnen (und dann im Finale gegen Deutschland verloren).  (Der Wert ist am österreichischen Kulturgut angehängt, ich sage einfach mal zwischen 2000-5000 Euro weil die Geschichte so einzigartig ist).

Aus der Kolonie – eine indische Glocke, englisch inspiriert – eine französische Schiffsglocke die einen Sturm angekündigt hätte…

und zu guter Letzt das Christkindl Glöckchen aus circa 1920 aus meiner Familie um das Christkind anzukündigen…

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Votivgaben

MONTAG, 11.01.2020, ab 17:30

Studio 2//ORF

Die erste Sendung 2021 Studio 2 / ORF ab 17:30 – Montag, 11.01.2021

Thema diesmal: Die Wünsche ans Leben

Meine böhmische Großmutter pflegte immer zu sagen “Jessas, Maria und Josef!”.

Schon in Urzeiten haben Menschen in allen Kulturen Opfer gebracht, um damit einen Wunsch zu verbinden.

Ägypter, Griechen und im alten Rom huldigte man mancher Götter mit Opfergaben, sogenannten Votivgaben (vom Lateinischen „vovere“ = geloben).

Mit der Christianisierung wurde das nicht beigelegt (Götzenkult), sondern ausgebaut.

Wallfahrtsorte wurden neue Kultstätte und Menschen hinterlegten sogar kaufbare, vorgefertigte Gaben.

Ich werde Votivgaben aus den verschiedenen Materialien und Zeitepochen mitbringen:  Augen, Ohren, Gliedmaßen u.a. für Heilungswünsche.

Die Exklusivität ruft natürlich auch den Sammler auf den Plan, das Sammelgebiet gehört zur Volkskunst.

Das älteste Stück aus der Barockzeit um 1800 war eine Votivgabe für ein Hodenproblem. Wenn man genau schaut, sieht man auch einige Insignien. Bei dem imposanten Stück liegen wir bei einem Wert von ungefähr 500 Euro.

Warum wurde die Votivkirche überhaupt gebaut? – da Opfergaben nicht nur zum Wünschen da sind, sondern auch zur Danksagung.

Der junge Kaiser Franz Josef 1853 hat ein Attentat überlebt, sein Bruder Maximilian später Kaiser von Mexiko hat dann das ganze Land zu Spenden für den Bau der Votivkirche aufgerufen. Damals haben 300.000 Menschen mitgemacht bei dieser Aktion. Hat lange gedauert bis sie dann eingeweiht wurde. Eine Danksagung der Habsburger an die himmlischen Heerscharen. Die Votivkirche, die später eine Militärkirche war dient in heutigen Zeiten als Zufluchtsort – vor ein paar Jahren haben Flüchtlinge Schutz gesucht mit dem Wunsch nach Freiheit. Und ganz aktuell in der Coronakrise werden dort Schüler*innen unterrichtet, da dort die Abstandsregeln eingehalten werden können.

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Glücksbringer & Puppen

MONTAG, 28.12.2020, ab 17:30 Uhr (Spezialsendung)

Studio 2//ORF

Thema 1: Glücksbringer

Traditionell werden zum Jahreswechsel und das schon seit Jahrhunderten, Glücksbringer an einem nahestehende Personen weitergegeben.

Das neue Jahr soll einem Glück bringen, gerade wichtig nach einem für viele schwierigen Jahr. Oft sind diese kleinen Dinger eine psychologische

Hilfestellung, an die wir gerne glauben wollen wenn es nicht so gut läuft.

Fliegenpilze, Kleeblätter, Marienkäfer, Schweinchen – alle haben eine Glücksgeschichte im Hintergrund-

Ich habe mich aber im speziellen dem Rauchfangkehrer als Glücksbringer gewidmet -denn dieser ist Mensch und Beruf in einem, den man immer gerne mit einem Lächeln sieht und wo Sehnsüchte wahr werden.

Die Vielfältigkeit der dargestellten Rauchfangkehrer*innen und Materialien rufen natürlich wieder den Sammler auf den Plan.

Mein persönlicher Lieblingsrauchfangkehrer (als Glücksbringer) sitzt auf der Vespa – mit Glücksschwein am Sozius.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich nochmal herzlich beim Rauchfangkehrermuseum bedanken.

Thema 2- Die Welt in Puppenform

Weil uns die Welt immer mehr fordert, die Entwicklung der Technik so rasant voranschreitet und unser Puls mit vielen Entwicklungen nicht mehr mitkommt, schaffen sich viele ihre kleine Welt – die Puppenwelt.

Ich habe zwei Sammlerinnen vorgestellt, die sich diesem Thema verschrieben haben und perfekte Einrichtungen, Zimmer ja ganze Häuser zusammengestellt haben um uns vielleicht auch Momente zu bescheren wie alles mal war.

Modepuppen aus dem 19 Jahrhundert, Spielpuppen und Einrichtungen im jeweiligen Zeitkolorit der Stilepochen und Jahrzehnte.

Die Materialien sind vielfältig ebenso die Motive. Weltweit werden diese Modevorführer für Erwachsene und Spielgefährten für Kinder gesammelt und erzielen bei Auktionen schwindelerregende Preise.

Zu guter Letzt hat uns Nadja Bernhard (ZIB) von ihren Vintage Design Schätzen erzählt.


Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Werkstätte Hagenauer

MONTAG, 14.12.2020, ab 17:30 Uhr

Studio 2//ORF

Thema diesmal: Werkstätte Hagenauer

Das Tor der Welt, welches uns derzeit nicht allzu offen steht, stand für die Werkstätten Hagenauer schon sehr früh auf international. Durch Weltausstellung, oftmaligen Auszeichnungen und innovative Entwürfe fanden die Tiere, Zierde-, Gebrauchsobjekte und Möbel bald den Weg nach Übersee.Ob der Skandal um Josephine Baker, den die Werkstatt mit ihrer legendären Tänzerin medienwirksam zu nutzen wußten oder die Weitsicht das Mickey mouse oder Felix unsere Gesellschaft beeinflussen werden… die Wiener Werkstätte der Brüder Franz und Karl ahnte es schon in den 1920iger, 1930iger Jahren mit ihren Darstellungen.Wer hat den Bundesadler im Wiener Parlament entworfen und hergestellt? Richtig, die Werkstatt aus der Zieglergasse später Siebensterngasse im 7. Bezirk um anschließend in der Bernhardgasse die große Werkstatt bis zum Schluss – 1987- zu betreiben. Ich brachte eine Josephine Baker Bronze mit – aber auch Tennistrophäen für Spiele in den USA um 1930, eine legendäre Kühlerfigur und weiter wunderbare Entwürfe aus der Sammlung der Familie. Nähere Informationen: http://www.karlhagenauer.at/index.php/de/geschichte

1873 bei der Weltausstellung in Wien, als die Rotunde gebaut wurde, da wurde die Wiener Bronze zum ersten Mal vorgestellt und wurde gleich als begehrtes Souvenir zum Welterfolg. 202 Produktionsstätten für Bronzen gab es um 1900. Unglaublich! Felix war die älteste Figur, die ich mitgebracht hatte. Werkstätte Hagenauer waren schon sehr modern eingestellt und haben immer mit dem US-amerikanischen Markt kokettiert. Schon in den 1920er Jahren haben sie Mickey Mouse Bronzen produziert, da war die Kultfigur noch unbekannt in unseren Gefilden. Josephine Baker, Weltstar und großer Skandal im katholischen Wien – eine wunderschöne und wertvolle Bronze…

Ein Exkurs:

Ich kann mich einfach nur glücklich schätzen, so wunderbare, smarte Menschen meine Freunde nennen zu dürfen, die sich mit meinen Sendungsbeiträgen so detailliert auseinander setzen.Vorhang auf und Bühne frei für Walter Kabelka:

Hagenauers sound of musicChristof Stein zeigte im Studio 2 des ORF am 14.12.2020 Figuren aus der Werkstatt Hagenauer. Darunter befand sich eine zierliche weibliche Gestalt, in deren Sockel eine Widmung eingraviert ist.Das Textfragment lautet „All alone, all at sea, why does nobody care for me” und stammt aus dem Song “A ship without a sail”, der unter anderem durch Ella Fitzgerald bekannt wurde. Dieser Song wiederum ist aus dem Musical „Heads up“, komponiert von Richard Rodgers, der bekannt ist für „Oklahoma, „The King and I „ und nicht zuletzt „The Sound of Music“, das ein bestimmtes Bild von Österreich in den USA geprägt hat.Aufgeführt wurde dieses Musical am Broadway in der Saison 1929/1930. Es kam zu 144 Aufführungen und einer Verfilmung 1930.Die Geschichte geht aber noch weiter. Eine weitere Gravur auf der Hagenauerfigur gibt den Anlass an: „Xmas 1929“. Das heißt, dass während der Aufführungsserie die Statue gewidmet wurde. Und zwar „To Dick from Gertie“. Dies legt die Vermutung nahe, dass als Empfänger Richard „Dick“ Rodgers gemeint sein könnte. Wer aber könnte die Schenkerin gewesen sein, die mit der Inschrift auf eine Sehnsucht nach Liebe verweist ?Es handelt sich vermutlich um niemand anderen als die damals bekannte Schauspielerin Gertrude Lawrence, die Ende der Zwanzigerjahre schon am Broadway war. Sie dürfte schon damals Richard Rodgers gekannt haben, da als gesichert gilt, dass sie später Rodgers und Hammerstein zu „The King and I“ inspiriert hat. Die Brüder Gershwin schrieben sogar das Musical „Oh, Kay“ für Lawrence, das erfolgreich aufgeführt wurde.War sie in Richard Rodgers verliebt ? Oder handelte es sich um eine Freundschaft im Künstlermileu am Broadway Ende der Zwanziger Jahre ? Gertrude Lawrence hatte gerade eine gescheiterte Ehe und eine weitere beendete Beziehung hinter sich. Richard Rodgers heiratete schon 1930 seine langjährige Ehefrau Dorothy. Später sollte Gertrude Lawrence den Theaterdirektor Richard Aldrich heiraten, mit dem sie bis zu ihrem Tod zusammen war. Davor wird sie aber auch Beziehungen zu Daphne du Maurier, der weltbekannten Romanautorin und anderen haben.Wenn sie es denn war, die diese Statuette in Auftrag gegeben hat und diese dann „Dick“ Rodgers geschenkt hat, ist das ein Zeugnis einer frühen Bekanntschaft der beiden, wobei es unerheblich ist, wie nahe sie sich gekommen sind. Allemal drückt diese Figur heute noch aus, dass eine Frau sich mit einem Mann über eine Sehnsucht austauscht und wohl über den Wunsch, dass jemand an sie denkt und oder sie im Herzen hat. Wer mit der Textzeile gemeint war, oder ob es einfach eine freundschaftliche Geste war, bleibt uns verborgen.In der grazilen Figur der Dame aus der Werkstatt Hagenauer wird mit der Widmung mittels einer sehnsüchtigen Textzeile aus einem Lied auch ein bewegender „sound of music“ wieder hörbar. (Text von Walter Kabelka, 16.12.2020)

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Schnitzereien

MONTAG, 07.12.2020, ab 17:30 Uhr

Studio 2//ORF

Thema diesmal: Alpenländische Schnitzereien

Der Krampus und der Nikolo gehören zu unseren volkstümlichen Traditionen, ebenso wie auch die Perchten, die jetzt um den Dreh herum Touristen und Kinder in Angst, Schrecken und auch Verzückung versetzen würden. Tja …auch hier spielt es keine „Normalzeit“ und so blieb uns nur darüber im Studio2 zu sprechen und zu zeigen – was wäre wenn…I

ch habe Schönperchten und Schirchperchten vorgestellt. Die Schönperchte ist eine reine Maske und wird leidenschaftlich gesammelt. Die Schirchperchte ist ein Muffelwidder und hat sogar ein kleines Fellchen. So richtig zum Fürchten!

Es ging um Volkskunst. Ein Museum in Innsbruck, das über ganz wertvolle volkstümliche Schätze verfügt, habe ich hervorgehoben. Ein Gustostückerl war der sogenannte Kleiespeier. Das Getreide ist nach dem Mahlen durch das Gesicht geflossen, produziert um 1870, Wert circa 1000 Euro.

Unbekannte Könner haben die Volkskunst vollbracht, diese wurde erst 1890 anerkannt.Die Nüsse im Herbst, Nikolo und Krampus Nüsse werden mit dem Nußknacker geknackt und man kann ihn gleichzeitig als pädagogisches Spielzeug verwenden und ihm eine Stimme verleihen.

Da wo sich der Schlittenfahrer angehalten hat und die Zügel angelegt waren, die Gaulstützen – dafür hab ich zwei Exemplare mitgebracht – bei einem war die Inspiration die Türkenbelagerung und zeigt einen herrschenden Türken, die andere bildet einen Teil unserer österreichisch-ungarischen Geschichte ab – und stellt einen Attaché dar.

Wie stoße ich auf diese Dinge?

Im ausgewählten Antiquitätenhandel. Manchmal wenn man Glück hat am Flohmarkt. Aber eine absolute Rarität!

Das wertvollste Stück war ein Hobel und die Zunge, die vorne heraussteht – das ist eigentlich der Stellkeil -wo man das Eisen spannen oder verstellen kann, da liegen wir bei 1200-1500 Euro. Es stammt aus dem 17. Jahrhundert. All diese alpenländischen Schnitzereien dienen als wunderbare Accessoires für die neuen Landhausbesitzer.